Ziele & Theoretischer Rahmen

Ziele | Theoretischer Rahmen

Ziele

Das Vorhaben ELMaWi verfolgt im Rahmen einer quasiexperimentellen Validierungsstudie mit Lehramtsstudierenden und Lehrkräften der Fächer Mathematik und Wirtschaftswissenschaften (WiWi) zwei zentrale Ziele:

  1. die Überprüfung der validen Erfassung von fachspezifischer Lehrerkompetenz, d.h. über das Lehrerwissen hinaus soll das situative Handeln zur Anforderungsbewältigung im Unterricht mittels innovativer Erhebungsformate abgebildet werden
  2. die Überprüfung der validen Abbildung von domänenspezifischen Anteilen der Lehrerkompetenz, die sowohl im Domänenvergleich, als auch unter besonderer Berück-sichtigung des Einflusses generischer Kompetenzen untersucht werden soll.

Entsprechend einer Substichprobe von (angehenden) Lehrkräften können sowohl Analysen bezogen auf domänenspezifische Kompetenzen, als auch auf die Anteile von domänen-unspezifischen Kompetenzen und dem Einfluss des Expertisegrads durchgeführt werden. In diesem Rahmen erfolgt

  1. die vertiefte Validierung des Kompetenzstrukturmodells, das eine Differenzierung zwischen den domänenspezifischen und -übergreifenden Kompetenzen ermöglicht, sowie
  2. der zugehörigen Instrumente zur Kompetenzmessung bei (angehenden) Lehrkräften in beiden Domänen; dies umfasst die Erprobung von computerbasierten Testformaten zur validen Erfassung der handlungsnahen Lehrerkompetenz.

Dabei liegt ein besonderer Fokus darauf, die Testergebnisse hinsichtlich ihrer Domänen-spezifität (Mathematik vs. WiWi) sowie ihres domänenunspezifischen Anteils erklären zu können. Mittels verschiedener Expertisegruppen wird geprüft, ob die Veränderung von Kompetenzen abgebildet werden kann.
Mit der Bereitstellung eines validierten Kompetenzmodells und korrespondierender Tests leistet das Projekt einen Beitrag zum domänenübergreifenden Verständnis und zur Struktur von fachspezifischer Lehrerkompetenz. Durch die Variation der Domänen Mathematik und WiWi sowie der drei Professionalisierungsphasen der Lehrerbildung können zudem valide Testwertinterpretationen geprüft werden.

Theoretischer Rahmen

Das Vorhaben basiert auf einem Kompetenzstrukturmodell nach Lindmeier (2011) und Kuhn (2014), das domänenspezifische Lehrerkompetenz gemäß den professionellen Anforderungen des Lehrerberufs in die Kompetenzkomponenten reflexive Kompetenz (RC) und aktionsbezogene Kompetenz (AC) unterscheidet. Dabei ist RC zur Bewältigung von fachspezifischen Anforderungs-situationen in prä- und post-instruktionalen Phasen notwendig und AC in fachspezifischen instruktionalen Anforderungssituationen unter Zeitdruck. Während RC bewusste (reflexive) kognitive Prozesse unter Rückgriff auf domänenspezifisches propositionales Wissen (Fachwissen (CK), fachdidaktisches Wissen (PCK)) erfordert, ist AC zwar auch wissensbasiert, aber geht eher mit intuitiv gesteuerten bzw. automatisierten (weniger reflexiven) kognitiven Prozessen einher. Neben den zentralen domänenspezifischen Konstrukten (RC, AC, CK, PCK) werden in beiden Domänen als domänenunspezifische Variablen kognitive Grundfähigkeiten (Intelligenzfacetten), generische Kompetenzen (schlussfolgerndes Denken & situational awareness) sowie der Expertisegrad (LA-Studierende, Referendare, Lehrkräfte) einbezogen.

Dieses Kompetenzmodell kann mittels in unseren Vorgängerprojekten entwickelten und validierten Testaufgaben für die beiden Domänen weitgehend empirisch abgebildet werden.

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